17. World Lung Cancer Conference

Nachlese vom WCLC (4. – 7.12.2016) aus Wien

Zu der 17. „World Lung Cancer Conference“ (WCLC) der Internationalen Assoziation für die Studie von Lungenkrebs (IASLC) trafen sich in Wien vom 4.-7. Dezember mehr als 6000 Kliniker und Forscher aus mehr als 100 Ländern unter dem Motto „Together against Lung Cancer“. Neue Ergebnisse und Entwicklungen aus Präklinik, Pharmazie, Prävention, klinische Studien und Gesundheitsökonomie wurden für Lungenkrebs und andere thorakale Malignome diskutiert. Eine zentrale Frage stellte in diesem Jahr bei zunehmender Verfügbarkeit von Nächstgenerations – Tyrosinkinaseinhibitoren gegen EGFR Mutationen und ALK Fusionen die Therapiesequenz bei diesen Patienten dar. Immer mehr sprechen die Studiendaten (AURA 3, ASCEND 4, J-ALEX) für einen zukünftigen Einsatz der Nächstgenerationsinhibitoren bereits in der Erstlinie. Zunehmend wichtig im klinischen Alltag werden auch die Rebiopsien zur Identifizierung von Resistenzmechanismen.

Die Lung Cancer Group Cologne war auch in diesem Jahr in mehreren Sitzungen vertreten. Prof. Wolf gab einen Überblick über ROS1 als therapeutisches Target und aktuelle Entwicklungen bei Crizotinib-Resistenz ein. Dr Diana .S.Y. Abdulla und Sophia Koleczko nahmen als einzige deutsche Awardees am Young Investigator Communication Workshop teil.

Weiterhin wurden Ergebnisse laufender Projekte unserer Studiengruppe auf dem WCLC vorgestellt

„Vorläufige Auswertung der Umfrage WCLC Young Investigators Expectation Network (WIEN)“ – Dr. Matthias Scheffler:

Eine vorläufige Auswertung der laufenden WCLC Young Investigators Expectation Network (WIEN) Umfrage, die Matthias Scheffler erhoben hat, wurde in der Young Investigators Session vorgestellt. Bisher haben über 100 junge Onkologinnen und Onkologen an der Umfrage aus 35 verschiedenen Ländern teilgenommen. Ziel der Umfrage war und ist es, die Erwartungen und Wünsche dieser Gruppe hinsichtlich Therapieoptionen und Forschungsinteressen im Bereich Lungenkrebs, Ausbildungs-begleitende Angebote und Mentoring zu erfassen und entsprechende Programm zu entwickeln. Die Umfrage wird fortgesetzt. Wenn junge Onkologinnen und Onkologen aus dem Netzwerk an der Umfrage teilnehmen möchten, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!

 

„EUCROSS – Europäische Phase-II-Studie zu Crizotinib im ROS1-positiven NSCLC“ – Dr. Sebastian Michels:

Wir sind stolz, dass Sebastian Michels auf dem diesjährigen WCLC, im Rahmen der Session „ALK-ROS1 in Advanced NSCLC“, erste Daten unserer EUCROSS-Studie präsentieren konnte. In dieser europäischen, einarmigen Phase-II-Studie mit Crizotinib an Patienten (N=30) mit ROS1-positivem NSCLC konnten wir eine beeindruckende Ansprechrate von 67% (95% CI: 47,1-82,2) bei insgesamt sehr guter Verträglichkeit zeigen. Auch nach einer Studiendauer von 2 Jahren und einem medianen Follow-up von 13,3 Monaten ist das mediane progressionsfreie Überleben noch nicht erreicht. Umfangreiche molekulargenetische Untersuchungen der Tumorproben sollen das Gesamtbild der Patientenpopulation welche von der Therapie profitiert präzisieren. Wir bedanken uns bei allen Netzwerkpartnern, die zum Erfolg der Studie beigetragen haben.

 

 „Netzwerkauswertung zu dem Thema Überlebensvorteile durch den Einsatz von Dritt.-Gen. Tyrosinkinaseinhibitoren bei ALK und EGFR mutierten NSCLC Patienten“ – Anna Kron

Im Rahmen der Postersession stellte Anna Kron erste Daten einer Netzwerkauswertung vor, die  Überlebensvorteile unter dem Einsatz von Dritt. Gen. Tyrosinkinaseinhibitoren bei ALK und EGFR mutierten NSCLC Patienten untersucht. Hierbei zeigte sich für ALK translozierte NSCLC Patienten unter Crizotinib und Ceritinib ein medianes Gesamtüberleben von 35 Monaten bzw. für EGFR mutierte NSCLC Patienten unter AZD9291/ CO-1686 oder EGF816 ein OS von 55 Monaten. Patienten, die in klinischen Studien behandelt wurden, zeigten einen Überlebensvorteil mit ca 35mOS vs. 12mOs außerhalb von Studien. Eine Auswertung zur Verteilung  von Co-Mutationen innerhalb dieser Patienten Kohorten wird derzeit durchgeführt.

 

„Klinische und molekulare Charakteristika von NSCLC Patienten mit MAP2K1 Mutationen“ – Alessandra Holzem (Doktorandin LCGC)

Alessandra Holzem präsentierte ihre Arbeit zur klinischen und molekularen Charakterisierung von MAP2K1 Mutationen (RAS/RAF/MEK/ERK Signalweg) in NSCLC Patienten, deren klinische Bedeutung, und Häufigkeit bisher nicht geklärt ist. Tumorgewebe von 4590 Netzwerkpatienten wurde dazu mittels Next Generation Sequencing (NGS) mit einem Set aus 102 Amplicons und 14 Genen auf MAP2K1 Mutationen analysiert. Dabei wurden 21 Patienten (0,5%) mit MAP2K1 Mutationen identifiziert. MAP2K1 Mutationen stellen damit seltene genetische Aberrationen dar. Interessanterweise wurden MAP2K1 Mutationen gehäuft beim Adenokarzinom mit bekannter Raucheranamnese nachgewiesen. Die Mehrheit der MAP2K1 mutierten Patienten zeigte weitere onkogene Treibermutationen in ALK, EGFR oder BRAF sowie MET Amplifikationen. Weitere klinische und funktionelle Untersuchungen werden benötigt, um zu evaluieren, ob sich daraus therapeutische Konsequenzen wie Ansätze einer kombinierten zielgerichteten Therapie ergeben.

 

„Identifizierung und Verteilung von potentiell zielgerichtet behandelbaren Mutationen in Plattenepithelkarzinomen“ – Sophia Koleczko (Doktorandin der LCGC)

Sophia Koleczko analysierte Tumormaterial von 1056 Netzwerkpatienten mittels Next Generation Sequencing (NGS) mit einem Set aus 102 Amplicons und 14 Genen und in einer Subgruppe mittels Fluoreszenz-in-situ Hybridisierung (FISH). Die NGM Kohorte wurde mit einer Plattenepithelkarzinom Patienten Kohorte des „The Cancer Genome Atlas“ verglichen. Hierbei zeigten sich ähnliche Häufigkeiten von PIK3CA und EGFR Mutationen, aber Unterschiede hinsichtlich der Verteilungen von TP53, KRAS Mutationen und MET Amplifikationen. Interessanterweise traten in 30% der Plattenepithelkarzinompatienten der NGM Kohorte potentiell zielgerichtet therapierbare Amplifikationen von FGFR1 und MET auf. Die Auswertung unterstreicht die Bedeutung molekulargenetischer Untersuchungen zur Erfassung möglicher zielgerichteter Therapieoptionen auch beim Plattenepithelkarzinom der Lunge.

 

Aufgrund der exzellenten Kooperation im Rahmen des Netzwerk für Genomische Medizin mit Ihnen als Partner können ambitionierte Projekte zu Tumorbiologie und –genomik sowie Therapie erfolgreich durchgeführt und beantwortet werden. Die Ergebnisse zeigen den Erfolg unserer Zusammenarbeit und spiegeln sich in einem verlängerten Überleben für die Patienten wieder. Für die exzellente Kooperation im Rahmen des Netzwerks möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken und freuen uns darauf dies im kommenden Jahr mit Ihnen fortzuführen.

 

Übersicht

12/05/2016, 12:45 PM – 02:15 PM, Hall D (Plenary Hall): Industry Supported Symposium: Immuno-Oncology and Lung Cancer: Emerging Data and Recent Developments – Bristol-Meyers Squibb

Clinical Lessons Learned for the Use of I-O Therapies: J. Wolf

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12/05/2016, 04:00 PM – 05:30 PM, Lehar 1-2: Science Sesscion: Chemotherapy/ Targeted Therapy/Immunotherapy ALK, ROS1 And Rare Mutations in NSCLC

EUCROSS: A European Phase II Trial of Crizotinib in Advanced Adenocarcinomas of the Lung Harboring ROS1 Rearrangements – Preliminary Results:

S. Michels, M. Gardizi, P. Schmalz, M. Thurat, E. Pereira, M. Sebastian, E. Carcereny, J. Corral, L. Paz-Ares, E. Felip, C. Grohé, D. Rodriguez Abreu, A. Insa Molla, H. Bischoff, M. Reck, N. Karachaliou, A.H. Scheel, V. Brandes, F. Rieke, L. Nogova, M. Scheffler, J. Franklin, M. Hellmich, B. Massuti, R. Buettner, R. Rosell, J. Wolf

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12/06/2016, 11:00 AM – 12:30 PM, Lehar 1-2: Mini Oral Session: ALK ROS1 in Advanced NSCLC

Clinical Lessons Learned for the Use of I-O Therapies: J. Wolf

 

Poster Session with Presenters Present:

12/06/2016, 02:30 PM – 03:45 PM, Hall B (Poster Area)

Improved Overall Survival Following Implementation of NGS in Routine Diagnostics of Advanced Lung Cancer in Germandy: Results of the NGM

A. Kostenko, S. Michels, J. Fassunke, L. Nogova, S. Merkelbach-Bruse, M. Scheffler, V. Brandes, R. Fischer, A. Scheel, F. Kron, M. Schueller, F. Ueckeroth, R. Buettner, J. Wolf

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Analysis of Potentially Targetabke Mutations in 821 Patients with Squamouscell Lung Cancer Undergoing Routine NGS-Based Molecular Diagnostics

 

S. Koleczko, C. Schäpers, M. Scheffler, M. Ihle, A. Kostenko, S. Michels, R. Fischer, L. Nogova, M. Serke, B. Kaminsky, U. Gerigk, J. Benedikter, T. Brümmendorf, J.H. Ficker, W. Kruis, J. Lorenz, C. Schulte, S. Schulze-Olden, S. Merkelbach-Bruse, F. Ueckeroth, R. Büttner, J. Wolf

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MAP2K1 Mutations in NSCLC: Clinical Presentations and Co-Occurrence of Additional Genetic Aberrations

A. Holzem, L. Nogova, M. Ihle, C. Wömpner, E. Bitter, S. Michels, A. Lamanna, B. Christensen, R. Fischer, B. Kaminsky, J. Kern, U. Graeven, A. Kostenko, S. Merkelbach-Bruse, R. Büttner, M. Scheffler, J. Wolf

 

 

 

Molekulare Diagnostik

Das Netzwerk Genomische Medizin bietet eine umfassende molekulare Analyse von Tumorproben an. Mittels eines Next Generation Sequencing basierten Multiplex-Verfahrens werden sämtliche therapierelevanten genomischen Veränderungen auch in kleinsten Gewebeproben zuverlässig detektiert.

Zweitmeinung

Haben Sie Fragen zu Ihrer Erkrankung, Ihrer bestehenden Therapie oder vielleicht möchten Sie auch wissen, ob für Sie ein personalisierter Therapieansatz oder eine Immuntherapie in Frage kommt?

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Klinische Studien

Innerhalb des Netzwerks Genomische Medizin wollen wir allen Patienten mit einer Mutation, für die es noch kein zugelassenes Medikament gibt, eine klinische Studie anbieten.

Informieren Sie sich hier, welche aktuellen Studien es gibt.

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